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Wenn im US-Schulbus Herzströme gemessen werden

Gesundheitsexperten der Kardiologie in den Kreiskliniken und des Cardiozentrums testen und beraten mehr als 100 Personen an einem Nachmittag in Günzburg – und das an einem ungewöhnlichen Ort

Eine Gemeinschaftsaktion haben Teams der stationären und ambulanten Kardiologie In Günzburg mit dem Unternehmen Boehringer Ingelheim auf die Beine gestellt - ganz nach dem Motto: Gesundheit gemeinsam gestalten. Foto: Till Hofmann/Kreiskliniken Günzburg-Krumbach

Wie ist es eigentlich um meine Gesundheit bestellt? Eine umfassende Antwort darauf erhielten Besucherinnen und Besucher des Gesundheits-Busses, der am Mittwoch in Günzburg fünf Stunden lang eine Haltestelle eingerichtet hatte.

Interessierte waren nicht nur aus Günzburg und der näheren Umgebung für den kostenlosen Gesundheits-Check gekommen. Auch aus Krumbach wurde beispielsweise die Anreise gerne in Kauf genommen. Die Überlegung des Krumbachers ging in folgende Richtung: Wann gibt es schon einmal eine solche Gelegenheit, sich innerhalb kurzer Zeit und unangemeldet auf Herz und Nieren überprüfen zu lassen? Das mit den beiden erwähnten Organen ist in diesem Fall kein abgedroschener Spruch: Denn mögliche Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Nierenerkrankungen und Diabetes standen im Mittelpunkt der Tests. 

Zum Abschluss ein ärztliches Beratungsgespräch 

Draußen vor dem signalroten Bus, der in früheren Jahren Schülerinnen und Schüler in den USA kutschiert haben dürfte, war ein Pavillon aufgebaut. Dort wurden Blutdruck, Blutzucker und verschiedene Cholesterin-Werte (inklusive LDL-Cholesterin) bestimmt. Wer seine Urinprobe im Bus in einem zur Verfügung gestellten Becher abgab, bekam innerhalb kürzester Zeit zwölf verschiedene Werte mitgeteilt. Freundlicherweise hatte Kulturamtsleiter Jürgen Gleixner die Toiletten im Forum am Hofgarten zur Verfügung gestellt. Und ein EKG-Gerät - ebenfalls im Bus installiert - maß die Herzströme der Menschen. Im Anschluss daran besprach eine Kardiologin oder ein Kardiologe die Werten, die alle auf einem „Laufzettel“ verzeichnet waren, mit der Testperson und ging auf deren persönliche Fragen ein. 

Mit dem Rad zur Aktion war Evelin Tänzer gekommen. „Es ist wirklich gut, sich hier unkompliziert ein Stück Gewissheit zu holen - und dann entsprechend ansetzen zu können“, sagte sie noch ganz baff davon, dass sie zufällig eine eher besucherschwache Zeit genutzt hatte. In weniger als einer Stunde waren alle Untersuchungen gemacht. Das lag nicht zuletzt an den Teams der Kreiskliniken Günzburg-Krumbach und des Cardiozentrums Günzburg, die unermüdlich piksten, maßen und Elektroden anlegten. So konnten mehr als 100 Personen binnen weniger Stunden getestet werden. „Die Resonanz ist großartig“, fand nicht nur Pablo Altmann, der die Initiative „Herzenssache Lebenszeit“ seitens des Pharmaunternehmens Boehringer Ingelheim koordinierte. Auch die Vertreter der stationären und ambulanten Kardiologie am Standort Günzburg (Dr. Carsten Hehlert-Friedrich, Dr. Adnan Yerli, Dr. Mustafa Gülap, Dr. Jürgen Hug und Anja Beutel mit weiteren Fachkräften) freuten sich über den Zuspruch und hatten Spaß an den Untersuchungen in einer ungewöhnlichen Umgebung. Nicolas Kiechle, Direktor Klinikmanagement an der Kreisklinik Günzburg, machte sich selbst ein Bild. Ihm gefiel, wie die Aktion angelegt war und wie sich das Personal ins Zeug legte.

Das Ziel der Aufklärungskampagne

Die Aufklärungskampagne „Herzenssache Lebenszeit“ bringt die Bevölkerung mit Gesundheitsexperten zusammen, die im direkten Kontakt notwendiges Wissen vermitteln und das Risikobewusstsein fördern. Denn wer sein persönliches Risiko kennt und eine gezielte Vorbeugung wie eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung umsetzt, kann Risikofaktoren für eine Erkrankung vermeiden, seine Lebenszeit verlängern und nicht zuletzt seine Lebensqualität erhöhen. 

Der Gesundheitsbus ist bundesweit auf Infotour unterwegs. Die Chancen stehen gut, dass nach der Premiere auf dem Lannionplatz eine der Stationen im nächsten Jahr wieder Günzburg sein wird.                  

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