Skip to main navigation Skip to main content Skip to page footer

Neueste Entwicklungen in der Shuntchirurgie und Dialyseversorgung

Dr. med. Ulrich Kugelmann organisierte 13. Mittelschwäbisches Symposium in Krumbach

Das sind die Vorsitzenden und Referenten des 13. Mittelschwäbischen Dialyse- und Shuntsymposiums (von links): Dr. Ulrich Kugelmann, Chefarzt Gefäß- und Endovaskularchirurgie (Kreiskliniken Günzburg-Krumbach); Martina Bescherer, leitende Pflegekraft Peritonealdialyse (Nephrologicum Memmingen); Dr. Viktoria Peters, Assistenzärztin Gefäßchirurgie (Universitätsklinikum Augsburg); Dr. Hartmut Winter, Ärztlicher Leiter (KfH-Nierenzentrum Günzburg); Prof. Dr. Alexander Hyhlik-Dürr, Direktor der Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Chirurgie (Universitätsklinikum Augsburg); Dr. Dimitrios Dedegkikas, Oberarzt Gefäß- und Endovaskularchirurgie (Kreiskliniken Günzburg-Krumbach).

Mit rund 80 teilnehmenden Ärztinnen, Ärzten und Fachpflegekräften hat das 13. Mittelschwäbische Dialyse- und Shuntsymposium in der Klinik Krumbach auch in diesem Jahr einen zentralen Beitrag zur Fort- und Weiterbildung in der Dialyseversorgung geleistet. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Ulrich Kugelmann, Chefarzt der Gefäß- und Endovaskularchirurgie an den Kreiskliniken Günzburg-Krumbach, standen aktuelle Herausforderungen der Shuntchirurgie, neue interventionelle Techniken sowie pflegerische Aspekte der Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse) im Mittelpunkt.

Dialyse und Shunt – zentrale Grundlagen
Bei Patientinnen und Patienten mit chronischem Nierenversagen übernimmt die Dialyse die lebenswichtigen Aufgaben der Blutreinigung. Für die häufigste Form, die Hämodialyse, wird ein stabiler und gut funktionierender Dialyseshunt benötigt – ein künstlich geschaffener Gefäßzugang zwischen Arterie und Vene. Seine Qualität entscheidet maßgeblich über den Erfolg der Therapie, weshalb die Anlage, Überwachung und Erhalt des Shunts eine interdisziplinäre Aufgabe darstellt.

Fachliche Schwerpunkte des Symposiums
Das Programm bot eine breite Palette hochrelevanter Themen, die praxisnah von Expertinnen und Experten der regionalen und universitären Zentren präsentiert wurden.

Operative Strategien bei Shuntproblemen
Den Auftakt setzte Dr. Dimitrios Dedegkikas (Gefäßchirurgie Günzburg-Krumbach), der aufzeigte, welche chirurgischen Optionen bei häufigen Shuntkomplikationen bestehen – von der Beseitigung von Engstellen, welche den Blutfluss behindern, bis zur Wiedereröffnung verschlossener Shunts. Der Vortrag verdeutlichte, wie differenziert operative Entscheidungen getroffen werden müssen, um langfristige Shuntfunktionalität zu sichern.

Stents bei Shuntvenenstenosen – Chancen und Risiken
Anschließend beleuchtete Dr. Ulrich Kugelmann die Rolle von Stents im Bereich der Shuntvenenstenosen. Unter dem Titel „Fluch und Segen“ diskutierte er Indikationen, mögliche Vorteile, aber auch langfristige Probleme dieser Intervention – ein Thema von hoher Aktualität in Dialysezentren.

Vier Jahre Erfahrung mit endovaskulärer Shuntanlage
Dr. Viktoria Peters (Universitätsklinikum Augsburg) präsentierte Ergebnisse aus vier Jahren minimalinvasiver, kathetergestützter Shuntanlage. Diese Technik eröffnet neue Zugangswege, sie bringt jedoch auch einige Herausforderungen mit sich. Peters zeigte auf, wie technische Weiterentwicklungen die Shuntanlage bei Problempatienten verbessern können, wenngleich dieses Verfahren nur für ein ausgewählte Patienten in Frage kommt.

Komplikationsmanagement in der Shuntchirurgie
In einem weiteren Vortrag widmete sich Dr. Kugelmann den häufigsten Shuntkomplikationen und deren strukturierter Behandlung – ein praxisorientierter Überblick, der von den Teilnehmenden besonders geschätzt wurde.

Pflegerische Aspekte der Peritonealdialyse
Eine wichtige pflegerische Perspektive brachte Martina Bescherer (Nephrologicum Memmingen) ein. Sie erläuterte Anforderungen, Risiken und praktische Besonderheiten der Peritonealdialyse im Pflegealltag und betonte die Bedeutung patientenorientierter Beratung und Schulung.

Innovative Technik: Shuntmerlin-App zur Funktionsüberwachung
Zum Abschluss stellte Prof. Dr. Alexander Hyhlik-Dürr (Universitätsklinikum Augsburg) mit „Shuntmerlin“ ein innovatives digitales Konzept vor: Eine Handy-App soll mittels spezieller Messmethoden die Shuntfunktion überwachen und potenzielle Probleme frühzeitig erkennen. Das Projekt ist am Universitätsklinikum Augsburg in Kooperation mit einem Start-up-Unternehmen in der Entwicklung. Dies verdeutlicht auch, welches Potenzial digitale Lösungen in der Dialyseversorgung künftig haben könnten.

Inter- und Multidisziplinarität als Leitmotiv
Im Verlauf des Symposiums wurde immer wieder betont, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Gefäßchirurgie, Nephrologie und Pflege in den Dialysezentren ist. Das Symposium bot dafür eine ideale Plattform – sowohl für den fachlichen Austausch als auch für die Diskussion eigener Fallbeispiele aus dem Arbeitsalltag.

Das 13. Mittelschwäbische Dialyse- und Shuntsymposium zeigte eindrucksvoll, wie dynamisch sich Shuntchirurgie und Dialyseversorgung entwickeln. Neue operative Techniken, innovative digitale Überwachungssysteme und ein zunehmender Fokus auf Pflegeexpertise prägen die zukünftige Versorgung von Dialysepatientinnen und -patienten. Die Veranstaltung unter der Organisation der Abteilung für Gefäß- und Endovaskularchirurgie der Kreiskliniken Günzburg-Krumbach wurde von den Teilnehmenden als äußerst gelungen bewertet. 

Planungen für das 14. Symposium im kommenden Jahr haben bereits begonnen.

Notfall
Datenschutz
Barrierefreiheit