Knie-OP-Roboter ROSA ist eine Innovation für die ganze Region
Seit September 2025 kann in der Klinik Krumbach regelmäßig das robotische Assistenzsystem ROSA im OP-Saal genutzt werden, wenn es darum geht, eine Knieprothese einzusetzen. Das Robotik-System operiert nicht selbst, aber es assistiert und hält eine Unmenge von Daten für die Operateure bereit. Dr. med. Manfred Herr, Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, vergleicht die Datensammlung die vor und während eines Eingriffs vorliegt, mit den vielen Instrumenten, die einem Flugzeug-Piloten dazu dienen, seine Maschine präzise und sicher zu starten, zu fliegen und zu landen.
Ein neues Kapitel
Mit dem Robotik-System ist ein neues Kapitel in der Klinik Krumbach (164 Betten, 580 Mitarbeitende, ca. 7000 stationäre Patientinnen und Patienten pro Jahr) aufgeschlagen worden, denn nie zuvor hat es eine vergleichbare maschinelle Hilfestellung gegeben.
Robert Wieland, Vorstand der Kreiskliniken Günzburg-Krumbach, spricht von einer regelrechten Kraftanstrengung seiner Häuser „zum Wohle der Patientinnen und Patienten“. Und er fährt fort: „Wir machen einen großen qualitativen Schritt in die Zukunft für mehr Lebensqualität der Menschen, die sich bei uns operieren lassen. Möglich macht dies in der Knie-Endoprothetik das datengestützte Know-how und die herausragende Präzision von ROSA. Ihr Einsatz bringt Spitzenmedizin in die regionale Gesundheitsversorgung vor Ort. Wir gehen weiter auf unserem Weg in eine patientenzentrierte, individuelle Versorgung. Im Ergebnis bedeutet das unter anderem eine schnellere Genesung.“
Den Nutzen dieses zusätzlichen Angebots werden auch nach Überzeugung der medizinischen Teams die Patientinnen und Patienten haben, da die jahre- und jahrzehntelange Erfahrung der Hauptoperateure gepaart mit der Präzision des Knie-OP-Roboters noch mehr perfekte Ergebnisse beim Einsetzen eines künstlichen Kniegelenks hervorbringen wird. Hier kommt es auf jeden Millimeter und den Bruchteil eines Winkels an, erklärt Chirurg Dr. Herr die Komplexität des Eingriffs am komplexesten Gelenk des menschlichen Körpers.
Alle waren begeistert von dem Projekt
Die Direktorin Klinikmanagement in der Klinik Krumbach, Angela Mändle, freut sich sehr darüber, dass dieses traditionsreiche Haus genügend Raum für hochinnovative Entwicklungen bietet. „Besonders dankbar bin ich dafür, dass alle bei der Umsetzung dieses Projekts mit Feuereifer dabei waren – angefangen mit dem Impuls von ärztlicher Seite über die Unterstützung des Verwaltungsrats bis hin zum Förderverein. Das ist ein starkes Miteinander.“ Krumbach gehört zu den gut drei Dutzend Kliniken in Deutschland, die sich für eine Robotik-Version entschieden haben, wie sie der Hersteller Zimmer Biomet anbietet: An 39 Klinik-Standorten in der Bundesrepublik kommt ROSA zum Einsatz, in der sogenannten DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) unterstützen 56 ROSA-Knie-Roboter die Ärzte und Ärztinnen. Und europaweit beträgt die aktuelle Anzahl 267.
Zertifizierte Expertise
Die Voraussetzungen für weitere entscheidende Fortschritte in der Knie-Endoprothetik sind geschaffen. Die Ärzte sind vertraut mit ROSA, was ihnen nach einer intensiven Ausbildungs- und Einarbeitungsphase durch die Zertifizierung von Zimmer Biomet bescheinigt wird. Das gesamte Team ist eingewiesen und aufeinander eingespielt. Kenntnisse und Fähigkeiten im Umgang mit ROSA sind bestätigt.
Zimmer Biomet ist ein weltweites agierendes US-Medizintechnikunternehmen, das beispielsweise orthopädische Implantate für Gelenkersatz entwickelt und vertreibt. Viele Kliniken in Deutschland setzen auf diese Prothesen. In der Klinik Krumbach werden sie seit über einem Jahrzehnt erfolgreich eingesetzt.
Mit dem Einsatz von ROSA (die vier Buchstaben stehen für Robotic Surgical Assistant) erreicht die Kniegelenksersatzchirurgie in der Klinik Krumbach ein neues Niveau.
Krumbach ist eine sehr gute Adresse
Schon jetzt leistet das Endoprothetik-Zentrum dort so gute Arbeit, dass die Patientinnen und Patienten nicht nur aus dem gesamten Landkreis Günzburg, sondern auch aus Nachbarlandkreisen und sogar aus dem benachbarten Bundesland Baden-Württemberg in die Kreisstadt im Süden des Landkreises kommen. Grundsätzlich steht die robotische Assistenz für jede Patientin und jeden Patienten offen. Bereits bei der präoperativen Planung des bevorstehenden Eingriffs identifizieren die Ärzte aber diejenigen, die von einer Unterstützung durch ROSA besonders profitieren würden.
Vorteile für die Patienten
Chefarzt Dr. Manfred Herr verspricht sich durch die Kooperation zwischen Mensch und Maschine eine noch bessere individuell abgestimmte Behandlung, die weniger Schmerzen, eine verbesserte Gelenksfunktion und eine schnellere Genesung in der Folge mit sich bringt. Die gesteigerte Präzision liefert die entscheidenden Pluspunkte beispielsweise in schwierigen Fällen spezieller Beinachsverhältnisse oder bei Bandinstabilitäten.
ROSA kombiniert die Kompetenz der Operateure mit exakten Daten in unterschiedlichen Stadien:
- Bei der Planung werden Beinachs- und Größenverhältnisse, werden Bandstabilität und viele weitere Parameter berücksichtigt.
- Während des Eingriffs ermöglichen Kamera und Sensoren eine Überwachung in Echtzeit, die selbst kleinste Bewegungen erfasst.
Was bedeutet das für unseren Klinikalltag?
Vieles bleibt wie gehabt: Jede Knieprothese wird weiterhin mit Hilfe eines CAD-Programms vorab geplant. ROSA bringt aber eine neue Ebene der Genauigkeit ins Spiel – ohne dass sich die bewährten OP-Abläufe grundlegend ändern. Letztlich entscheidet der Operateur, ob er die vom Assistenzsystem vorgeschlagenen OP-Schritte mitgeht oder nicht.
ROSA ist ein großer Schritt in die Zukunft
Bei jährlich mehr als 600 eingesetzten Endoprothesen markiert ROSA einen bedeutenden Fortschritt in der Qualitätssicherung und -entwicklung. Die Robotik stärkt den orthopädisch-unfallchirurgischen Schwerpunkt unserer Klinik. Sie setzt ein starkes Zeichen für medizinische Exzellenz mit Auswirkungen weit über Krumbach hinaus. Mit ROSA wird modernste Medizintechnik mit bewährter Kompetenz kombiniert. Das erzielt einen besonderen Effekt, denn durch diese Verbindung werden neue Maßstäbe in der orthopädischen Versorgung für die gesamte Region gesetzt. Das führt zu dem, was von Anfang an angestrebt wird und was das Wichtigste überhaupt ist: Die Lebensqualität vieler Menschen verbessert sich entscheidend.
Gute Verhandlungen, großzügige Spenden
Ein solches Großprojekt muss natürlich auch finanziell gestemmt werden. Dabei ist ROSA nicht isoliert zu betrachten, die Robotik-Assistenz ist Teil eines großen Ganzen, das sich ebenso im Wechsel auf das modernste Implantate-System von Zimmer Biomet widerspiegelt. Mittelfristig soll noch eine Patienten-App für das Qualitätsmonitoring hinzukommen. Die überaus positiven, bereits über ein Jahrzehnt währenden Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit einem bewährten und in der Branche be- und geachteten international operierenden Medizintechnikhersteller waren die Basis, um Vorteile für die Lebensqualität der Menschen zu erzielen. Über die Kosten haben die beiden Unternehmen Stillschweigen vereinbart.
Ohne großzügige Zuwendungen allerdings wäre ROSA in Krumbach nicht möglich gewesen. Das wusste auch der Verein der Freunde und Förderer der Klinik Krumbach. „Wir haben schnell mitbekommen, dass dies ein Herzensanliegen der Klinik ist, die sich um die Gesundheit der ihnen anvertrauten Menschen in der Region kümmert“, sagt Brigitte Angermeier. Sie gehört seit sieben Jahren dem Vorstand des Fördervereins an und steht seit 2020 an der Spitze.
Der Förderverein sieht die Punkte für eine großzügige Spende als erfüllt an: ROSA stärke den Krankenhaus-Standort Krumbach. Die Möglichkeit, eine Knie-Endoprothesen-Operation durch ein Robotik-System assistieren zu lassen, sei noch nie dagewesen und für Patientinnen und Patienten überaus attraktiv. „Bereits in den vergangenen Jahren ist durch Chefarzt Dr. Herr und sein Team Herausragendes geleistet worden“, sagt Vorsitzende Angermeier. „Deshalb machen wir das unglaublich gern“, ergänzt sie.
30.0000 Euro seien bislang die größte Einzelspende gewesen. Dass der Verein dies ermöglichen kann, ist auch den aktuell 190 Mitgliedern mit ihren Beiträgen sowie großzügigen Spenderinnen und Spendern zu verdanken. „Möglichst bald“ soll übrigens im Verein die Mitgliederzahl von 200 erreicht und überschritten werden, hat die Vorsitzende das nächste Ziel schon gesteckt.
Darum gehört die Sparkasse zu ROSAS Förderern
Auch die Sparkasse Schwaben-Bodensee hat sich für ROSA engagiert – mit 5000 Euro. Deren Vorstandsvorsitzender Daniel Gastl begründet das folgendermaßen: „Als Sparkasse Schwaben-Bodensee sind wir regional verwurzelt und möchten unter anderem die medizinische Versorgung der Menschen in unserem Geschäftsgebiet fördern. Patientinnen und Patienten sollen von modernster Medizintechnik profitieren können – wir freuen uns, hierfür einen Beitrag leisten zu können.“